25.07.2010
Das Abenteuer begann mit der Fahrt auf der "MS Harle-Kurier" zum Start: direkt am Fuße des Leuchtturms Arngast. Petrus war uns hold, gönnte uns sonnige 20 Grad und wenig Wind, so dass die barfüßige Überfahrt im Neoprenanzug gut auszuhalten war. Das Startprozedere gestaltete sich etwas mühselig: jeder musste einzeln ins Wasser klettern und/oder hopsen, währenddessen sämtliche DLRG-Boote und die bereits im Wasser befindlichen Athleten einmal rund um den Leuchtturm abtrieben, so dass wir mit einiger Verspätung losschwammen. Wohin, hat man nicht so recht sehen können, einfach den anderen hinterher ... so man sie denn sah. Denn überraschenderweise waren die Wellen doch ordentlich hoch, nahmen nicht nur die Sicht, sondern auch den Atem, schlugen gegen das Trommelfell und in sämtliche Gesichtöffnungen. BÄH!, war das salzig. Auf die Dauer hatte man den Eindruck, sämtliche Schleimhäute würden zersetzt oder zumindest gepökelt
Bojen gab es auf dem ersten Teil der Strecke nicht, man würde ja schließlich bald das Segelboot, welches als Wegeweiser diente, sehen. Nach beinahe einer Stunde auf und ab sah ich es tatsächlich - danach aber vorerst auch keine weiteren Markierungen. Ein DRLG-Boot wies dann mir und einigen anderen Verirrten den richtigen Weg, als wir spontan mangels anderer Wegpunkte die nun sichtbaren Häuser am Strand anpeilten. Denn dorthin sollte es noch nicht gehen, sondern erst noch weiter in Richtung Westen, parallel zum Strand. Bald war ich ziemlich allein im großen weiten Wasser, sah fortan auch nicht einmal mehr ein DLRG-Boot, dafür ein, zwei hohe gelbe Bojen und in der Ferne einige Schwimmer, die sich aber keinesfalls in der Nähe der Bojen bewegten ...
Etwas ratlos kämpfte ich mich weiter vorwärts, erspähte nach einiger Zeit am Ufer den roten Zielbogen und fragte mich, warum die Reihe gelber Tonnen NICHT in dessen Richtung, sondern deutlich daran vorbei führte.
Da tauchte plötzlich in der Weite des Jadebusens ein Schwimmer neben mir auf - Micha! - salzwasserspuckend und fluchend. Gemeinsam motivierten wir uns für das letzte Stück, schwammen schräg gegen die Strömung an, trieben mehr oder weniger mit dem einsetzenden Niedrigwasser nach Osten ab und passierten schließlich Hand in Hand die Ziellinie.
Geschafft!!!
Mit 2:01:03 h haben wir somit den 4. bzw. 5. Platz der weiblichen bzw. männlichen unter-40-jährigen Barfußschwimmern errungen. Stolz sind wir schon, diese 6,5km-Strecke erstmalig bezwungen zu haben!


Danke an die etwas chaotische aber liebevolle Organisation! Siehe auch den Bericht von Micha auf der Zeppelinseite.