Um mit dem Postitiven zu beginnen: Das Wetter hat ENDLICH einmal mitgespielt! Bei 25 Grad Luft- und 20 Grad Wassertemperatur ließ es sich gut aushalten
Es gab beim Laufen hübsche wiederverwertbare Haargummis zum Rundenzählen. Als der Gewinn für die Altersklassenzweite der W30, ein Buch mit dem Titel "Das optimale Wettkampfgewicht", allgemeine Erheiterung auslöste, durfte ich mir ein anderes Präsent aussuchen. Das war's.

Glücklich war vielleicht auch noch, dass der Start spontan 5 Minuten später erfolgte. So erfuhr ich beim wassertretenden Warten hinter der Startlinie ZUFÄLLIG, dass die Radstrecke ein weiteres Mal geändert wurde und nun 3 anstatt 4 Runden zu fahren waren. (Bei der ersten Streckenänderung wenige Tage zuvor wurden die Teilnehmer wenigstens per Email und auf der Webseite informiert.)
Kurz bevor die Mitteldistanzler auf die 2. Schwimmrunde gingen, starteten die Kurzstreckler. Das bedeutete auf der 2. Runde Zickzackschwimmen um regelrechte Schwärme von Brustschwimmern. So etwas ist mir im Triathlon noch nie passiert! Das blaue Auge war quasi unvermeidlich ... Ebensolches Gedränge herrschte dann auf dem sehr langen und vor allem schmalen Steg am Ausstieg. Man mußte ordentlich keifen, um durchgelassen zu werden. Zumindest als 1. Frau auf der Mittelstrecke ![]()
In der Wechselzone herrschte das reinste Chaos: Es sollte um eine Reihe Hütchen am anderen Ende herumgelaufen werden, der Gerechtigkeit wegen. Wer auch immer das kontrolliert haben mag ... meinen höchsten Respekt, da den Überblick zu behalten, wo sich gefühlt alle Wege kreuzten und die Athleten sich demzufolge ständig gegenseitig über den Haufen rannten. Kein Wunder aber eigentlich, wenn es so eng ist, dass man sein Rad über den Krempel der anderen hinüberheben muss, um auf die Radstrecke zu gelangen.
Diese selbst jedoch war die pure Katastrophe!!! Streckenweise mussten die Athleten zwischen 2 Reihen teils haltender, teils fahrender Autos auf dem Mittelstreifen hindurchbalancieren, in der Hoffnung auf einen Moment ohne wettkämpferischen Gegenverkehr. Es war die Hölle, am meisten wohl für die Angehörigen unter den Zuschauern, von denen so einige die brenzligen Anblicke nicht lange aushielten. Allerdings gab es auch autofreie Passagen, auf denen hübsch und ordentlich in Gruppen von ca. 20 Personen dicht an dicht gefahren wurde. Die Kampfrichter, durchaus zahlreich vorhanden, schien das aber keinesfalls zu stören! ![]()
Was soll's, ich habe für mich ein gutes Rennen gemacht, ordentlich auf die Pedale gedrückt, und zwar ALLEINE und EHRLICH! Beim Laufen zollte ich den Tribut vermutlich der ganzen letzten Wochen: Krämpfe in den Oberschenkeln zwangen mich zu Gehpausen und machten den Rest der Strecke zu einer einzigen Tortur. Das war - ungelogen - härter als ein Ironman.
Alle Ergebnisse: www.berlintriathlon-xl.de/index.php?option=com_content&view=article&id=37:ergebnisse-sind-online&catid=2:news&Itemid=16 Ärgerlich ist es schon, da ich weiß, dass ich normalerweise gut 20 Minuten schneller laufen kann; andererseits ist dieser Wettkampf sowieso für mich gestorben. Schade, wär schön gewesen, ein neuer Triathlon in meiner alten Heimat! Aber so - nein danke.